Das "Schultonbandgerät" Grundig TK 41
Schulsendungen im Hörfunk haben sich damals einen festen Platz im Unterricht erobert. Alle Sendungen wurden von den sogenannten "Landesbildstellen" auf Wunsch den Schulen zur Verfügung gestellt. Voraussetzung zum Anhören ist natürlich: Ein Tonbandgerät! Damit könnte man die Sendungen sogar selber aufnehmen und im Unterricht abspielen.
Grundig hat zusammen mit dem "Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht" ein Schultonbandgerät entwickelt, welches den Anforderungen und Bedürfnissen von Lehrern und Schülern im Unterricht besonders entgegenkam. So wurde auf die sonst bei anderen Tonbandgeräten zusätzlichen Bedienfunktionen wie z.B. "Playback", "Multiplayback", "Echo" usw. verzichtet und konsequent nur auf die reine Aufnahme- und Wiedergabe gesetzt. Der Grundig TK 41 hat seine Wurzeln aus der sogenannten "Spitzenklasse" der Heimtonbandgeräte und ist von dementsprechend hervorragender Qualität.
Die Betriebssicherheit wird durch Steuerbremsen, Andruck-Automatik und Sicherheitskupplungen wesentlich erhöht. Nur ein Antriebsriemen ist in der Laufwerksmechanik verbaut (die beiden anderen Riemen für das Zählwerk dienen wirklich nur dem Zählwerk und sollten diese fehlen oder reißen, so sind sämtliche Laufwerksfunktionen nach wie vor gegeben). Schwungmasse und Spulenteller werden indirekt über Zwischenräder angetrieben. Zur Bandpflege kann eine Bandreinigungsgabel mit Filzröllchen auf Tastendruck ausgeklappt werden.
Beim Aktivieren der Verstärkertaste erhöht sich die Ausgangsleistung auf satte 7 Watt! Bis dato hatte kein anderes Tonbandgerät eine so hohe Lautstärke, Grundig setzte mit dem TK 41 wieder einmal neue Maßstäbe! Jedoch entfaltet sich diese Kraft erst mit Hilfe eines externen Lautsprechers, wie z.B. die Grundig HiFi-Raumklangbox 15. Auch in sehr großen Räumen (Klassenzimmer, Aula, usw.) können damit alle Feinheiten einer Tonbandaufnahme in unübertroffener Qualität zu Gehör gebracht werden. Das Gerät läßt sich sogar nur als reiner Verstärker nutzen - das Laufwerk kann auf Wunsch ausgeschaltet bleiben.
Schwächen:
Die Geräte von 1961 bis 1963 können vom Zinkfraß betroffen sein und die Schaumstoffpolster im Deckel sind bröselig. Desweiteren ist eigentlich bei jedem Gerät die Andruckrolle verhärtet. Oft sind die Sicherungen oxidiert. Die Zwischenräder des Laufwerks müssen neu justiert werden, Achsenlager sind zu reinigen und zu fetten, damit es nicht mehr rappelt und klappert. Der Bandführungsbolzen ist meist eingeschliffen und kann beim schnellen Umspulen die Kanten des Tonbandes regelrecht wegfräsen. Die kleinen Metallkappen der Drehregler und Druckknöpfe lösen sich gerne und gehen verloren.
WWW.GRUNDIG-TONBAND.DE