Grundig TK 148
Im Jahr 1973 wurde der überaus erfolgreiche und fast schon legendäre Grundig TK 146 vom Grundig TK 148 abgelöst. Zwar muß man auf die "Double Play" Funktion verzichten, aber dafür steht neben der Standardgeschwindigkeit 9,53 cm/sek eine zweite Bandlaufgeschwindigkeit 4,75 cm/sek zur Auswahl. Da sowohl die Technik des neuen Modells verbessert wurde und zugleich neue Bandsorten auf dem Markt erschienen sind, die für niedrigere Bandgeschwindigkeiten besser geeignet sind, ist diese Erweiterung durchaus sinnvoll gewesen. So sind reine Sprachaufnahmen oder Mitschnitte von Mittel-, Lang- oder Kurzwellensendungen in brauchbarer Qualität auch mit niedriger Bandgeschwindigkeit möglich.
Für stets saubere Aussteuerung sorgt die Aufnahme-Automatik. Sie kann auf Wunsch abgeschaltet werden, um z.B. einzelne Musikstücke am Anfang und Ende sanft ein- und ausblenden zu können. Idiotensichere Bedienung konnte durch den Betriebsartenschalter erreicht werden. Der Klang vom eingebauten Lautsprecher ist fantastisch - für viele Besitzer wird es genügen und man braucht gar nicht unbedingt irgendwelche zusätzlichen Lautsprecher, Verstärker oder dergleichen, aber es soll an dieser Stelle nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass die beste Tonqualität erst in Verbindung mit einer HiFi-Anlage zu erzielen ist. Manch einer wird überrascht sein, wie hoch die Klangausbeute sein wird. Selbst mit Ansprüchen der Gegenwart bietet dieses Gerät immer noch eine erstaunlich gute Leistung - für damalige Verhältnisse im Jahr 1973 war es wohl absolut spitze!
Im Vergleich zum 146er-Vorgänger sind einige Veränderungen eher nachteilig ausgefallen. Das unter Schwungmassenlager ist offen und so kann leichter Staub und Schmutz eindringen. Oben gibt es überhaupt kein Lager mehr, die Tonwelle steht frei. Deshalb neigt das moderne TK 147 eher zu Rumpel- und Klopfgeräuschen, wenn die Andruckrolle gerade nicht im "START"-Modus dagegendrückt. Zusätzliche Probleme bereitet die Mechanik, welche für das Umschalten der Bandlaufgeschwindigkeit zuständig ist. Der Hauptantriebsriemen berührt Führungsgabeln und Schienen, was zu furchteinflößenden Geräuschen führen kann. Teilweise millimetergenaue "Blechbiegearbeiten" sind nötig, um einigermaßen Ruhe ins Tonbandlaufwerk zu bringen.
Statt einem Zeigerinstrument vorne gibt es nun eine Glühlämpchenkette links unterhalb der abwickelnden Spule über den Schiebereglern. Das erste Lämpchen leuchtet, sobald der rote "Aufnahmeknopf" gedrückt wird. Die anderen Lämpchen fangen an zu blinken bzw. kontinuierlich zu leuchten im Takt der Schallereignisse, die über die Eingangsbuchse den Weg in den TK 148 finden. Es war ein Vorläufer der später üblichen LED-Anzeigen bei Kassettendecks. Leider sind all diese Glühlämpchen nicht mehr einfach gesteckt, sondern fest verlötet. Sollten sie durchbrennen, ist der Austausch mit deutlich mehr Arbeitsaufwand verbunden. Die Platine muß ausgebaut werden, alte(s) Lämpchen herauslöten und neue(s) Lämpchen einlöten. Nur etwas für geübte Bastler.
Das Andruckband mit der samtartigen Beflockung sieht nun anders aus, d.h. es passen nicht mehr die Andruckbänder des Vorgängermodells hier hinein! Die Gummilauffläche des Zwischenrades für den schnellen Vorlauf hat sich ebenfalls verändert, Ersatzgummis für die bisherige 100er-Baureihe von 1966 bis 1972 passen hier nicht mehr!
Letztendlich konnte der Grundig TK 148 nicht mehr an die Erfolge seiner älteren Geschwistermodelle anknüpfen, er war zu störanfällig. Somit wurde nach nur einem Jahr die Produktion wieder eingestellt und damit endet zugleich die Ära der kleinen TK 100er-Baureihe für 15 cm Spulen, die wohl zu den erfolgreichsten und meistverkauftesten Geräte aller Zeiten weltweit gehören.
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